Krankheiten

Arthrose -Schmerzen in den Gelenken (Teil 2)

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Arthrose im Hüftgelenk

Inhalt

Bei der Arthrose ist die fasziale Spannung aus verschiedenen Gründen im Körper zu hoch. Dadurch entsteht irgendwann ein Druck, der sich in den Gelenken bemerkbar macht. Aufgrund der Spannung im Körper kann der Hund nicht mehr alle Winkel des Gelenks nutzen und geht in eine Schonhaltung. Dadurch wird lediglich eine viel zu kleine Fläche des Knorpels beansprucht. Diese dafür viel zu stark. Der Knorpel, der dafür sorgt, dass die Knochenenden eines Gelenks nicht aufeinander reiben, baut sich an der Stelle der maximalen Belastung ab. Die Stellen direkt daneben verhungern, da diese nicht mehr belastet werden. Der Knorpel baut ab und die Weichteile im betroffenen Gebiet ziehen sich zusammen um dem Gelenk den nötigen Halt zu geben. Ein Kreislauf aus Schmerz, Schonhaltung und noch mehr Druck entsteht.

Symptome bei Arthrose

Die Symptome bei einer Arthrose sind sehr unterschiedlich. Meistens bemerken die Besitzer jedoch ein gewisses “Einlaufen“ beim Hund. Diese sogenannten Anlaufschmerzen werden nach einer gewissen Zeit der Bewegung weniger oder gehen ganz vorüber.

Symptome im Gangbild

- Anlaufschmerzen
- verweigert Sprünge (ins Auto, auf die Couch)
- Probleme beim Treppensteigen
- kurze Schrittlänge
- Belastungsschmerz

Symptome bei der Palpation

- Bewegungseinschränkungen durch Knochenanbauten
- Muskelatrophie
- Muskelhypertonus
- Schwellungen am betroffenen Gelenk
- Berührungsschmerzen
- Rötungen und Wärme am betroffenen Gelenk

Symptome im Alltag

- Schmerzen bei Wetterumschwüngen, v.a. bei nasskaltem Wetter
- ein sonst aktiver Hund wirkt ruhiger
- der Hund spielt weniger mit anderen Hunden
- der Hund möchte weniger spazieren
- beim Sitzen verlagert der Hund sein Gewicht und streckt die betroffene Gliedmaße von sich
- häufiges Wechseln der Liegepositionen
- Wesensveränderungen durch Dauerschmerzen
- Schmerzen nach intensiver Belastung, z.B. Wanderung

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Arthrose, wird der Hund geröntgt. Meist kann man auf einem Röntgenbild eine Arthrose sehr gut erkennen. In manchen Fällen ist es jedoch erforderlich eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Gelenkspiegelung durchzuführen.

Behandlung der Arthrose

Das Ziel der Behandlung einer Arthrose ist es, den Hund möglichst schmerzfrei zu bekommen. Daher wird die Behandlung oft mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten begonnen. Grund ist hier die Gewichtsverlagerung und Schonhaltung die ein Hund einnimmt, wenn er Schmerzen hat. Dadurch werden die anderen Gelenke überbelastet.

Wenn die Schmerzen ausgeschaltet sind, kann der Hund seine Bewegungen erstmal wieder normal ausführen. Auf Dauer haben Schmerzmedikamente jedoch eine Menge Nebenwirkungen. Daher sollten sie nicht als Dauerbehandlung in Betracht gezogen werden.

Tierphysiotherapie bei der Arthrose

Wichtig ist, den Druck vom betroffenen Gelenk zu bekommen und gleichzeitig die anderen Gelenke nicht zu überlasten. Dies erreicht ein Tierphysiotherapeut durch verschiedene aktive und passive Therapiemethoden. Bei der Therapie sollte das Hauptaugenmerk auf den Faszien und der Muskulatur liegen, da sie die Grundlage für einen gesunden Bewegungsradius bieten. Es ist wichtig, dass der Druck von dem arthrotischen Gelenk genommen und der Knorpel wieder in allen möglichen Winkeln be- und entlastet wird.

Die umliegende Muskulatur muss unbedingt entspannt und gekräftigt werden, damit sie dem betroffenen Gelenk, als eigentlicher Stoßdämpfer, möglichst viel Schutz bieten kann.

Goldakupunktur

Bei der Goldakupunktur werden, durch die Stimulation der Akupunkturpunkte, vermehrt körpereigene schmerzregulierende Stoffe ausgeschüttet (z.B. Endorphine). Diese Stoffe sorgen dafür, dass die Schmerzgrenze des Hundes hochgesetzt wird, wodurch der chronische Schmerz nicht mehr vom Hund wahrgenommen wird. Weiterhin sorgen die Goldimplantate für eine Entspannung der Muskulatur. Der Hund geht nicht weiter in die Schonhaltung und sein Bewegungsbild normalisiert sich je nach Schweregrad teilweise oder sogar vollständig.

Blutegeltherapie

Der Blutegelspeichel hat eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Dadurch sind Blutegel wunderbare Begleiter bei arthrotischen Gelenken. Bereits nach der ersten Anwendung ist meist eine deutliche Schmerzreduktion zu erkennen. Zudem wirkt der Blutegelspeichel durchblutungsfördernd, entstauend und gefäßerweiternd. Dadurch werden Schwellungen im Gelenk reduziert, wodurch das betroffene Gelenk positiv beeinflusst wird.

Unterstützung des Besitzers

Zusätzlich kann der Besitzer seinen Hund mit verschiedenen Therapien unterstützen, z.B. feuchtwarme Umschläge, Rotlicht, leichte Massagen, passives Durchbewegen der Gelenke, verschiedene Sportübungen, usw.

Außerdem sollte der Besitzer darauf achten, dass der Hund eine gesunde Nahrung und hochwertige Nahrungsergänzungsmittel bekommt. Dazu gehören vor allem Omega-3-Fettsäuren und MSM, da diese entzündungshemmend wirken, sowie die Knochenbrühe, da sie jede Menge Kollagen, GAGs und Glucosamin enthält. Aber auch Grünlippmuschel, Teufelskralle, Ingwer, und Weihrauch sind tolle Unterstützer.

Auch Übergewicht ist ein Thema mit dem sich ein Hundebesitzer auseinandersetzen muss. Gerade bei einem Hund mit Arthrose ist es wichtig, dass er kein Übergewicht hat, um die Gelenke zu entlasten. Bei einem gesunden Körpergewicht sollten die Rippen tastbar, aber nicht sichtbar sein. Die Taille sollte sich von oben gut erkennen lassen und die Bauchlinie sollte von der Seite betrachtet leicht hochgezogen sein.

Ganz wichtig ist auch eine an den Hund angepasste Bewegung. Sie sollte altersgerecht und auf seine Möglichkeiten zugeschnitten sein. Eine Überbelastung ist auf jeden Fall zu vermeiden, z.B. Sprünge oder dem Ball hinterherjagen. Aber auch Treppen steigen können für den ein oder anderen Hund einfach zu viel sein. Hier ist jeder Hund individuell. 

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Autorin

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Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

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