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Corona statt Drogen – Die Hundenase riecht SARS-CoV-2

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Hunde können Corona erschnüffeln

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Seit einem halben Jahr vergeht nicht ein Tag ohne Corona-News. Jeden Tag prasseln neue Infos über das Virus auf uns ein und jetzt greif ich das Thema auch noch auf. Richtig nervig – ich weiß. Aber heute geht es weniger um das Virus, sondern viel mehr um die Hundenase und wie erstaunlich sie mal wieder ist. Denn Hunde können tatsächlich das Coronavirus im Menschen riechen.

Die Spürnase riecht Corona

Jeder weiß, dass die Hundenase verblüffend arbeitet. Nicht umsonst werden Hunde bei der Suche nach Drogen, Sprengstoff oder verschwundenen Menschen eingesetzt. Hunde sind dazu in der Lage links und rechts bei der Fährte zu unterscheiden und mehrere Meter tief unter dem Boden Gerüche wahrzunehmen.

Um als Superspürnase einen guten Job machen zu können, kommt es auf die Menge der Riechzellen an. Diese variieren sehr stark von Hund zu Hund. Dackel haben geschätzt 125 Millionen Riechzellen. Schäferhunde sogar über 220 Millionen. Der Mensch hat lediglich 5 Millionen.

Im Vergleich zum Menschen haben Hunde auch ein sehr großes Riechhirn. Es macht satte 10% des gesamten Hundehirns aus. Beim Menschen nur 1%. Na wie gut, dass wir sprechen können.

Jacobsonsches Organ

Zudem besitzt der Hund das Jacobsonsche Organ, welches sich hinter den Schneidezähnen im Gaumen befindet. Durch eine kleine Öffnung sind Nase und Gaumen hier miteinander verbunden. Dadurch kann der Hund Stoffe mit seiner Zunge aufnehmen und diese in einen Geruch umwandeln.

Rüdenbesitzer kennen es wahrscheinlich, wenn ihr Hund plötzlich stehen bleibt, mit der Nase fest am Boden klebt und keinen Schritt weiter geht.

Er drückt seine Nase tief ins Gras, schnüffelt was das Zeug hält, leckt zaghaft den Boden ab und fängt an zu schmatzen oder mit den Zähnen zu klappern. Das ist das Jacobsonsche Organ. Der Urin einer Hündin wird hier aufgenommen und durch das Schmatzen in einen Geruch umgewandelt. Ab diesem Moment weiß er wer sie ist. 😉

Das Ganze funktioniert auch anders herum. Das bedeutet, dass der Hund Gerüche auch schmecken kann.

Studie der TiHo

Wie so oft versucht auch diesmal der Mensch sich die Eigenschaften des Hundes zu Nutze zu machen. Die Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover hat eine Studie durchgeführt, in der sie geschulte Hunde, Proben von SARS-CoV-2 infizierten und nicht infizierten Menschen erschnüffeln ließ. Dabei kamen 8 spezialisierte Hunde der Bundeswehr zum Einsatz und durften zeigen was sie können.

Die Proben wurden per Zufallsprinzip verteilt und weder Forscher, noch Hundeführer wussten welche Proben positiv und welche negativ waren. Von 1012 Speichelproben wurden 83% der positiven Proben als positiv erkannt und 96% der negativen Proben, als negativ. Um diese Trefferquote zu erreichen, mussten die Hunde lediglich eine Woche trainiert werden.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Hundenase dem Menschen in der Medizin weiterhilft und Hunde darauf trainiert werden, Krankheiten zu erkennen. Hunde werden bereits eingesetzt, um verschiedene Krebsarten zu entdecken, Parkinson aufzuspüren oder auch um Diabetiker bei einem Abfall des Insulinspiegels zu warnen. Ebenso können Hunde erschnüffeln, ob ein epileptischer Anfall oder sogar ein Schlaganfall droht.

Zurück zu Corona

Geschulte Hunde sollen als Teamverstärkung in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen oder bei Sport- und anderen Großveranstaltungen eingesetzt werden. Ob das tatsächlich umgesetzt wird, werden wir sehen.

Infizierte Menschen können Hunde anstecken

Obwohl der Gedanke verlockend klingt, der Mensch durch die tierische Hilfe Zeit spart und der Hund die Möglichkeit hat, was Neues zu lernen, muss man darauf achten, dass die Hunde sich nicht anstecken.

Es war eine Zeitlang nicht klar ob Hunde sich anstecken können, aber mittlerweile wurden Studien und Tests durchgeführt. In Norditalien wurden 540 Hunde und 277 Katzen aus Haushalten mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen oder aus stark betroffenen Regionen auf Antikörper getestet. Bei 3,4% der getesteten Hunde und 3,9% der getesteten Katzen konnten Antikörper nachgewiesen werden, was auf eine zurückliegende Infektion hindeutet.

Die Abstriche aus dem Maul-, Nasen- und Rachenraum waren jedoch bei allen Tieren negativ.

Da aber noch niemand weiß, ob SARS-CoV-2 auch beim Hund zum Tod führen kann, sollte man genauso wie beim Menschen darauf achten eine Ansteckung zu vermeiden. Hat sich ein Hund doch angesteckt, muss er seit dem 14.07.2020 durch den Tierarzt den Behörden gemeldet werden.

Quellen:

https://www.tiho-hannover.de (26.09.2020)

https://www.biorxiv.org (26.09.2020)

Foto: https://www.shutterstock.com (26.09.2020)

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Autorin

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Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

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