Tierernährung

Der gesunde Darm

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Inhalt

Alles was der Hund frisst, muss einmal durch den kompletten Darm. Aus den Lebensmitteln gewinnt der Hund Energie, Giftstoffe werden ausgeschieden und eine gesunde Darmflora sorgt für die Nährstoffaufnahme.

Ungesunde Nahrung, aber auch Stress, Bewegungsmangel und Medikamente führen zu Darmproblemen und schwächen den Darm. Ein geschwächter Darm schwächt wiederum das Immunsystem und umgekehrt. Daher ist es besonders wichtig, sich einmal mit dem Verdauungsapparat des Hundes zu beschäftigen.

Dünndarm

Der Dünndarm besteht aus dem Zwölffingerdarm, Leerdarm und dem Hüftdarm. Er ist etwa 6-mal so lang wie die Körperlänge des Hundes und hat eine absorptionsfähige Fläche, die mit Zotten besetzt ist. Im Dünndarm werden nahezu alle Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen.

Die Darmwand besteht aus einer Schleimhaut und einer Unterschleimhaut und ist von einer glatten Muskelschicht umgeben. Zwischen der Schleimhaut und der Muskelschicht sind Nervenfasern und Ganglienzellen. Um die Muskelschicht herum befindet sich Bindegewebe, welches vom Bauchfellüberzug umhüllt ist.

Dickdarm

Der Dickdarm besteht aus dem Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm. Die Dickdarmabschnitte haben eine wichtige Darmflora, in der sich jede Menge apathogene und pathogene Bakterien, Pilze und Erreger befinden. Das Milieu im Dickdarm besteht aus vielen verschiedenen Bakterien, von denen die meisten anaerob sind. Die genaue Zusammensetzung der Bakterien wird durch die Nahrung beeinflusst. Beim gesunden Hund sind die am häufigsten vorkommenden Bakterien Streptococcus, Lactobacillus, Bacteroides und Clostridium.

Nährstoffaufnahme

Gewebestrukturen werden im Körper ständig erneuert. Für das Wachstum, den Erhalt und zur Reparatur benötigt der Körper Nährstoffe. Diese müssen in ausreichender und ausgewogener Menge mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Nahrung, die der Hund frisst, gelangt über die Speiseröhre in den Magen. Dort wird sie zu einem Nahrungsbrei verflüssigt. Danach wandert der Nahrungsbrei weiter über den Pylorus in den Zwölffingerdarm. Dort werden ihm von der Bauchspeicheldrüse Enzyme und Bicarbonat zugefügt. Zusätzlich fügt die Leber über den Gallengang Gallensekret hinzu.

Die Nährstoffaufnahme findet überwiegend im Dünndarm statt. Bereits 90% des Wassers wird hier zusammen mit Vitaminen und Mineralien aus dem Nahrungsbrei resorbiert. Verdauliches Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette werden im Dünndarm in ihre kleineren Bausteine enzymatisch aufgespalten. Über die Blut- und Lymphbahnen werden die Nährstoffe zu den einzelnen Zellen transportiert.

Erst danach kommt der Nahrungsbrei in den Dickdarm. Im Dickdarm werden nochmal Wasser und Elektrolyte, vor allem aber Natrium und Chlorid resorbiert. Dabei verliert der Brei Flüssigkeit und wird mit Bakterien vermischt. Unverdauliche Bestandteile werden hier mikrobisch fermentiert. Zusätzlich erhält der Nahrungsbrei hier seine Form zur Ausscheidung.

Das vegetative Nervensystem steuert die Darmtätigkeit. Durch peristaltische, also muskulär bedingte wellenförmige Kontraktions- und Entspannungsphasen, sowie Pendelbewegungen und Segmentierungen wird der Nahrungsbrei zur Ausscheidung durch den Dickdarm bewegt.

Darmgesundheit

Nur ein gesunder Darm kann die Nährstoffe, die der Hund benötigt aufnehmen. Daher ist es besonders wichtig sich mit der Darmgesundheit des Hundes auseinander zu setzen. Leider haben heutzutage viele Besitzer diese Verantwortung an die Futtermittelindustrie abgegeben. Einige weil sie es nicht besser wissen, andere weil es ihnen egal ist.

Doch nur durch eine gesunde Ernährung mit ausgewählten Nahrungsmitteln und einer Vielfalt an Vitalstoffen können wir den Darm entlasten und stärken. So haben wir jeden Tag die Möglichkeit, den Darm unserer Hunde positiv zu unterstützen.

Wenn wir das bereits beim Welpen tun, hat der Hund die besten Voraussetzungen, ein langes gesundes Leben zu führen.

Was stört die Darmgesundheit

Auf dem Markt gibt es jede Menge Mist, der dem Darm auf Dauer zusetzt. Dazu gehört auf jeden Fall vitalstoffarmes Fertigfutter. Aber auch Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel, Cortison, Impfungen, chemische Wurmkuren und Zeckenmittel sind auf Dauer schädlich für den Darm.

Nicht zu vergessen sind die ganzen Kleinigkeiten, denen der Hund im Alltag ausgesetzt ist. Unsauberes Leitungswasser, Plastik aus Näpfen oder Ölflaschen, Düngemittel auf den Feldern, Streusalz auf den Straßen, Reinigungsmittel zu Hause, und vieles mehr.

Kranke Hunde

Bei Hunden die einen akuten Infekt haben, wie eine Erkältung, eine Blasenentzündung oder auch ein Magen-Darm-Infekt, sollte nach der Behandlung ein Darmaufbau gemacht werden.

Auch chronisch kranke Hunde, die z.B. an Leishmaniose, einer Schilddrüsen-, Leber- oder Nierenerkrankung leiden, sollten über einen gesunden Darm unterstützt werden. Welpen, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind und/oder nicht gesäugt wurden, sind häufig anfälliger für Magen-Darmbeschwerden. Daher empfiehlt es sich auch hier ganz besonders auf die Darmgesundheit zu achten.

Symptome bei Darmproblemen

Zu den Hauptsymptomen gehören die typischen Verdauungsprobleme, wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Aber auch Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, häufiges über die Schnauze lecken und vermehrtes Speicheln sind typische Symptome für Magen-Darmprobleme. Den Zusammenhang erkennt man bei diesen Symptomen wahrscheinlich recht schnell.

Weitere Symptome können Magengeräusche, Gewichtszunahme oder -abnahme und das sogenannte Schlitten fahren sein. Dabei rutschen die Hunde mit ihrem Po über den Boden.

Dann gibt es aber auch Symptome, die nicht gleich jeder mit dem Darm in Verbindung bringt. Dazu gehören unter anderem Müdigkeit, Unruhe, Juckreiz, trockene Haut, stumpfes Fell, wunde Pfoten und Ohrenentzündungen. Da es sich hier aber um Symptome handelt, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten, sollte der Hund auf jeden Fall einem Tierarzt vorgestellt werden.

Behandlung

Möchte man dem Darm etwas Gutes tun, muss die Ernährung des Hundes auf ihn und seine Bedürfnisse abgestimmt sein. Wenn der Hund bereits Magen-Darmprobleme hat, hilft oft ein Darmaufbau mit Hilfe eines Tierernährungsberaters oder eines Tierheilpraktikers, der sich mit der Ernährung auskennt.

Bild: https://www.shutterstock.com/ (23.04.2024)

weitere Blogartikel

Die Sommerhitze ist für Hunde viel gefährlicher als für uns Menschen...

Sinnvolles Therapiegerät oder doch eher Freizeitspaß?

Blutegel sind bemerkenswerte kleine Tiere, die uns bei einer Vielzahl von Krankheiten unterstützen...

Autorin

Picture of Manja
Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

Pawlou – Tiernaturheilkunde & Hundephysiotherapie

Kontakt

Schnüffeln

Wichtiges

error: Inhalt ist geschützt!!