rund um den Hund

Es rappelt im Karton

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Inhalt

Wenn der Geburtstermin näher rückt, werden viele leicht nervös. Das ist jedoch unbegründet, da die meisten Hundegeburten ohne Probleme verlaufen. Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass man sich bestmöglich auf diesen besonderen Tag vorbereitet.

Vorbereitung auf die Geburt

Wurfkiste

Damit deine Hündin ihre Welpen entspannt zur Welt bringen kann, benötigt sie ein geeignetes Wurflager. Dafür eignet sich eine Wurfkiste, die man ganz easy selber bauen kann. Wichtig dabei ist, dass man die Kiste reinigen kann und sie groß genug für die Mama und ihre Welpen ist. Achte darauf, dass die Wände hoch genug sind, damit die Welpen nicht selbständig rausklettern können, aber niedrig genug, damit die Mutterhündin bequem ein- und aussteigen kann.

Der Boden muss unbedingt warm und gemütlich sein. Dafür kann man Decken, Handtücher, Bettbezüge und auch Laken in die Kiste legen. Spezielle Welpen- oder auch Inkontinenzunterlagen eignen sich als oberste Schicht, wenn die Geburt losgeht.

Stelle die Wurfkiste an einem ruhigen Ort auf, damit deine Hündin so wenig Stress wie möglich hat. Achte darauf, dass der Raum eine angenehme Zimmertemperatur hat und kein Durchzug herrscht.

Tierarzt

Falls es während der Geburt zu Komplikationen kommt, benötigt deine Hündin die Hilfe eines Tierarztes. Sage deinem Tierarzt rechtzeitig bescheid und frage ihn, ob er auch außerhalb der Sprechzeiten für dich erreichbar ist.

Damit du im Notfall schnell zu deinem Tierarzt kommst, stelle vorher sicher, dass du jemanden hast, der dich und deine Hündin fahren kann, damit du dich während der Fahrt voll und ganz um deine Hündin kümmern kannst.

Benötigte Utensilien

  • Saubere Handtücher
  • Warme feuchte Lappen
  • Schere
  • Bindfaden
  • Wärmelampe oder Wärmflaschen
  • Einweghandschuhe
  • Händedesinfektionsmittel
  • Wechseleinlagen für die Wurfkiste
  • Zeitung, Karton (zum Unterlegen)
  • Waage (um das Geburtsgewicht zu ermitteln)
  • Zettel, Stift (um das Geburtsgewicht und eventuelle Komplikationen aufzuschreiben)
  • Futter und Wasser für die Mutterhündin
  • Welpenersatzmilch + Sauger und Flasche, falls ein Welpe zu schwach zum Saugen ist

Anzeichen einer Geburt

Wenn die Geburt bevorsteht, wird die Hündin anhänglicher als sonst und zeigt wenig bis gar keinen Appetit. Sie wird unruhig und muss sich öfter lösen. Aus der Scheide tritt nun Ausfluss aus, den die Hündin regelmäßig weg leckt. Ihre Atmung wird immer wieder schneller, sie beginnt zu hecheln und fängt an in der Wurfkiste zu scharren.

Die Körpertemperatur fällt 24 bis 36 Stunden vor der Geburt um etwa ein Grad ab. Damit man diesen Temperaturabfall merkt, ist es empfehlenswert während der letzten zwei Wochen der Trächtigkeit morgens und abends die Temperatur zu messen.

Die Geburt geht los

Eröffnungsphase

Die Gebärmutter besteht bei Hündinnen nicht aus einer Höhle, sondern aus zwei Hörnern. Aus ihnen werden die Welpen wechselseitig aus dem linken und dem rechten Gebärmutterhorn in den Geburtskanal geschoben. Dafür kommt es in der Gebärmutter zu leichten Kontraktionen, wodurch der erste Welpe langsam gegen den Muttermund gedrückt wird. Durch den Druck öffnet sich der Muttermund. In dieser Zeit hechelt die Hündin und ist unruhig. Manche Hündinnen sehen sich auch zu ihren Flanken um oder beginnen zu zittern. Bei einigen Hündinnen ist ein klarer Ausfluss aus der Scheide erkennbar. Das ist der Cervixpfropfen, der den Muttermund während der Trächtigkeit verschließt. Wenn sich dieser Pfropfen löst, öffnet sich der Muttermund. Die Welpen sind zu diesem Zeitpunkt noch von zwei Fruchthüllen umgeben. Die Eröffnungsphase kann zwischen sechs und 12 Stunden, manchmal sogar bis zu 36 Stunden dauern.

Austreibungsphase

Die Austreibungsphase beginnt, wenn der erste Welpe durch den Muttermund in den Geburtskanal geschoben wird. Normalerweise platzt währenddessen die äußere Fruchthülle. Fruchtwasser tritt nun aus und verbessert die Gleitfähigkeit im Geburtskanal.

Reflektorisch werden durch den Eintritt in die Scheide die Austreibungswehen ausgelöst. Äußerlich kann man dies an einer deutlichen Bauchpresse der Mutterhündin erkennen. Durch das Pressen werden die Wehen verstärkt. Zwischen dem Platzen der Fruchthülle und dem Austreten des ersten Welpen können zehn, manchmal auch 60 Minuten vergehen.

Beim ersten Welpen kann es passieren, dass die Hundemama weint oder auch schreit. Die Schmerzen sind normal, da sich durch die Geburt alles weitet und dehnt. Erstgebärende können Angst bekommen und versuchen den Welpen rauszuziehen. Beruhige deine Hündin in diesem Fall und verhindere, dass sie nach dem Welpen schnappt.

Der Abstand zwischen den einzelnen Geburten ist ganz unterschiedlich. So können mehrere Welpen im Abstand von 15 Minuten geboren werden, aber auch eine Pause von bis zu drei Stunden ist möglich. Auch ein Abstand von vier bis sechs Stunden ist möglich, aber selten. In dieser Zeit kommt die Mutterhündin zur Ruhe und versorgt ihre bereits geborenen Welpen.

Insgesamt sollte die Austreibungsphase nicht länger als 12 Stunden dauern.

Lage der Welpen

Die Welpen können mit dem Kopf voran oder auch in Hinterendlage geboren werden. Beides ist ohne Komplikationen möglich. Sie sollten jedoch mit der Wirbelsäule nach oben liegen, da sie sich so besser der Krümmung des Geburtskanals anpassen können. Liegt ein Welpe mit der Wirbelsäule nach unten (Sternengucker) oder hat die Beine angewinkelt, dabei ist es egal ob er mit dem Kopf oder dem Po voran (Steißlage) kommt, kann es durch den Umfang des Welpen zu Geburtskomplikationen kommen.

Nach der Geburt

Sobald ein Welpe geboren wurde, reißt die Mutterhündin die zweite Fruchthülle auf. Dadurch verhindert sie, dass ihr Welpe Fruchtwasser einatmet, wodurch er ersticken würde. Durch kräftiges Belecken des Welpen fördert sie die Atmung und die Darmtätigkeit des Welpen.

Danach beißt sie die Nabelschnur durch, um den Welpen von der Plazenta zu trennen, welche in der Regel noch nicht ausgeschieden wurde. Löst sich die Plazenta aus der Verankerung mit der Gebärmutterschleimhaut, kommt es zu kleinen Blutungen, bei denen der Blutfarbstoff Uteroverdin freigesetzt wird. Durch diesen Farbstoff kommt es zum grünlichen Ausfluss. Ungefähr fünf bis 15 Minuten nach der Geburt des Welpen wird die Plazenta ausgeschieden, welche die Mutterhündin auffrisst. Es ist wichtig darauf zu achten, dass auch wirklich zu jedem Welpen eine Plazenta ausgeschieden wird und keine in der Mutterhündin verbleibt.

Der Welpe soll nach der Geburt möglichst schnell bei seiner Mama zum Trinken angelegt werden. Das Saugen des Welpen sorgt für weitere Wehen, wodurch der nächste Welpe geboren werden kann.

Unterstützung während und nach der Geburt

Manchmal kommt es vor, dass ein Welpe im Geburtskanal stecken bleibt. Bitte ziehe nicht am Welpen, sondern warte die nächste Wehe ab.

Sollte mal die Nabelschnur relativ kurz sein, sodass der Welpe vor der Scheide liegt, kannst du die Nabelschnur abbinden und durchtrennen. Das Abbinden ist wichtig, damit der Welpe nicht verblutet. Deine Hündin zieht in der Regel an der Nabelschnur um die Plazenta zu fressen.

Wenn die Hündin die Fruchthülle eines Welpen nicht aufreißt, musst du das für sie übernehmen, damit der Welpe nicht erstickt.

Ist ein Welpe schwach, lasse ihn ruhig 30 min ausruhen, halte ihn warm und immer wieder mit dem Kopf nach unten, massiere seinen Rücken und sauge immer wieder Flüssigkeit aus seinen Atemwegen ab. Dafür umschließt du einfach seine kleine Schnute und saugst. Lege ihn immer wieder bei seiner Mama an. Wichtig ist, dass jeder Welpe in den ersten 12 Stunden nach seiner Geburt Muttermilch bekommt.

Für den Fall, dass der Welpe nicht atmet, hältst du ihn mit dem Kopf nach unten und rubbelst ihn mit einem Handtuch ab. Sauge das Fruchtwasser aus den Lungen ab und beatme den Kleinen. Einen Welpen wiederzubeleben, kann bis zu 30 Minuten dauern, also gib nicht auf.

Dyskotie

Als Dyskotie (gestörter Geburtsverlauf) werden alle geburtsverlängerten Störungen bezeichnet. Um diese zu erkennen, muss man seine Hündin genau beobachten und den Zeitpunkt der Eröffnungsphase erkennen.

Grundsätzlich gilt, wenn vor dem ersten Welpen grüner, übelriechender, eitriger oder blutiger Ausfluss austritt, muss der Tierarzt kontaktiert werden, da es sein kann, dass sich eine Plazenta gelöst hat. Ebenso, wenn die Hündin länger als 30 Minuten presst, ohne dass ein Welpe zur Welt kommt oder aber, wenn die Geburt stockt – länger als drei Stunden nach dem letzten Welpen.

Wenn die Temperatur um 1 Grad fällt und wieder steigt, die Hündin aber keine Anzeichen der Geburt zeigt (Hecheln, Nahrungsablehnung, Nestbau, Unruhe) ist ebenfalls der Tierarzt zu konsultieren. Er kann nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Manchmal hält die Hündin die Geburt zurück. Der Grund kann Unruhe im Wurfzimmer sein, aber die Hündin kann auch eine Wehenschwäche, Scheidenenge, Uterus-Verdrehung oder Uterus-Ruptur haben. Aber auch das Querliegen oder der Tod eines Welpen können die Ursache sein.

Die Welpen kommen wechselseitig aus dem linken und dem rechten Gebärmutterhorn in den Geburtskanal. Selten kommt es vor, dass die ersten zwei Welpen zeitgleich in die Scheide gedrückt werden. Auch in diesem Fall, kann der Tierarzt helfen.

Wir wünschen dir und deiner Hündin alles Gute, eine reibungslose Geburt und viele gesunden Welpen.

weitere Blogartikel

Das irre schmerzhafte Gelenk!

Anstatt die Klorollen wegzuschmeißen, kann man daraus einen schönen Weihnachtskalender für den Hund basteln...

Hat der Deckakt geklappt? Ist die Hündin trächtig?

Autorin

Picture of Manja
Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

Pawlou – Tiernaturheilkunde & Hundephysiotherapie

Kontakt

Schnüffeln

Wichtiges

error: Inhalt ist geschützt!!