Hundefitness

Fitnesstraining mit dem Welpen

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Fitnesstraining mit einem Welpen

Inhalt

Jeder Sporthund hat irgendwann einmal mit dem Training angefangen und ja, bereits als Welpen können unsere Hunde mit dem Fitnesstraining starten. Dabei ist jedoch darauf zu achten, das Training an den Kleinen anzupassen und ihn nicht zu überfordern.

Wofür ist Fitnesstraining beim Welpen gut?

Fitnesstraining hilft dem Welpen zur gesunden Körperwahrnehmung. Die Übungen stärken seinen Bewegungsapparat und bieten eine tolle Möglichkeit zur geistigen Auslastung. Außerdem stärken verschiedene Übungen sein Selbstvertrauen und die Bindung zu seinem Besitzer.

Koordination und Balancegefühl sind Eigenschaften, die der Welpe erst lernen muss. Die Entwicklung beginnt bereits sehr früh, deshalb ist es ratsam, dass bereits der Züchter seine Welpen frühzeitig mit angepassten Übungen fordert und fördert. Je früher ein Welpe mit Koordinationsübungen beginnt, desto leichter werden ihm später Bewegungen im Alltag fallen.

Was kann der Züchter tun?

Um die Welpen weder geistig noch körperlich zu überfordern, sollten sie verschiedene Möglichkeiten zur Koordinationsschulung in ihrem Welpenauslauf haben. Dann können sie mit ihren Geschwistern gemeinsam auf Entdeckungstour gehen und selbst entscheiden, wann sie die ersten Übungen ausprobieren möchten.

Am besten sind hier verschiedene Untergründe, aber auch wackelige Gegenstände geeignet. So kann man z.B. eine Ecke mit Sand befüllen, ein paar Balancekissen verteilen und in eine andere Ecke vielleicht eine Wassermuschel stellen. Bei der Benutzung muss natürlich jemand dabei sein – ist klar. Auch kleine Hürden zum Klettern eignen sich sehr gut für den ersten Spielplatz im Welpenauslauf.

Was ebenfalls die Propriozeption fördert, ist ein Bällebad. Hier ist der Boden nicht da wo der Welpe ihn vermutet, wodurch jeder Schritt zur Überraschung wird. Das schult die Augen und auch das Gehör. Außerdem wird der Welpe hier an mehreren Körperstellen zeitgleich berührt. Durch diese Berührungsreize wird vor allem die Körperwahrnehmung geschult.

Wenn der Welpe schon etwas koordinierter ist

Nach den ersten Lebenswochen, wenn der Welpe schon etwas koordinierter ist, kann man auch mit verschiedenen kleinen Übungen im Alltag anfangen. Wichtig ist hier, dass der Welpe die Übungen auch bewältigen kann und nicht überfordert wird. Alle Übungen sollten spielerisch durchgeführt werden und dem Hund Spaß machen.

3 Übungen für Welpen

1. Verschiedene Untergründe

Das Laufen auf verschiedenen Untergründen wirkt zugegebenermaßen nicht gerade wie Fitnesstraining. Es schult aber ungemein die Balance, Koordination und Propriozeption.

So kann der Welpe ganz easy auf dem Spaziergang über verschiedene Untergründe laufen, z.B. durch Sand, über Kieselsteine, eine Wiese oder über Wurzeln im Waldboden. Am See kann der Kleine durchs Wasser laufen oder über eine Sandburg klettern.

Zu Hause kann man dafür eine Matratze / Luftmatratze nutzen oder verschiedene Untergründe zurechtlegen. Dafür eignen sich Badmatten, Kunstrasen, ein Wäschehaufen, eine Yogamatte und vieles mehr.

Durch die verschiedenen Untergründe muss der Kleine immer wieder seinen Körper neu ausbalancieren, was sein Gleichgewicht und die Koordination trainiert. Aber auch seine Propriozeption wird dadurch gefördert.

2. Stufentraining

Welpen und Treppen steigen? Darf man das? Soll man den Welpen nicht die ersten sechs Monate tragen? Darüber gibt es immer wieder Diskussionen und meiner Meinung nach liegt das richtige Maß in der Mitte. Wenn jemand im fünften Stock wohnt, soll er natürlich nicht den Welpen den ganzen Weg hoch und runter laufen lassen. Am besten macht man das auch nicht mit einem erwachsenen Hund.

Einen Welpen die ersten Monate jede Stufe zu tragen, ist meiner Meinung nach aber auch nicht richtig. Denn wenn ein Hund erst mit einem halben Jahr das erste Mal Treppen steigt, wird er dabei viel unsicherer sein.

Das Stufensteigen über einige Stufen, wie eine kleine Treppe oder auch einen Bürgersteig fördert bereits die Koordination aller vier Pfoten. Der Hund muss erst lernen, dass er zuerst die Vorderpfoten und dann auch die Hinterpfoten hochheben muss, damit er das Hindernis bewältigen kann.

3. Stangentraining

Ähnlich wie beim Stufensteigen verhält es sich auch beim Stangentraining. Hier steigt der Welpen über ein Hindernis, statt oben drauf zu klettern. Dafür muss er je nach Winkel zusätzlich zu den Streck- und Beugemuskeln auch die Muskeln, die die Beine und Pfoten zum Körper hin und weg bewegen ansprechen.

Auch hier soll natürlich kein straffes Cavalettitraining eingebaut werden, sondern lediglich das spielerische Übersteigen von Hindernissen geübt werden. Dazu kann man einfach mehrere Cavalettistangen oder auch einfache Äste wild zusammenlegen, ähnlich wie bei einem Mikado-Spiel. Ein paar Leckerlies dazwischen verteilen und schon kann der Spaß losgehen.

Welche Übungen sind nicht für Welpen geeignet?

Generell gilt, dass alle Übungen, die Ausdauer und Kraft trainieren, nichts für Welpen und Junghunde sind. Übungen, wie neben dem Fahrrad laufen oder joggen, sind tabu, bis der Hund ausgewachsen ist. Auch Stöckchen, Ball und Frisbee dürfen aus dem Sprung heraus nicht vom Welpen oder Junghund gefangen werden. Hier kommt es zu enormen körperlichen Belastungen und massive Scherkräfte wirken durch das schwungvolle Landen auf die Gelenke ein. Auch das ruckartige Bremsen bei Ballspielen hat fatale Auswirkungen für die Gelenke, vor allem für die Pfotengelenke und die Wirbelsäule.

Um Verletzungen zu vermeiden, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Hund nicht mehr tobt, wenn er müde ist. Denn auch beim Toben mit anderen Hunden kommt es schnell zu Verletzungen, wenn der Welpe übermüdet ist. Da Hunde kein Vernunftdenken haben, wird sich vermutlich jeder Welpe für das Toben, statt das Schläfchen entscheiden, wenn er nach dem Spaziergang einen Hundekumpel trifft. Hier liegt es in deiner Verantwortung das Spiel auf einen anderen Tag zu verschieben.

Folgen von Schlafmangel

Es ist enorm wichtig, dass ein Welpe viel Ruhe und Schlaf bekommt – etwa 22 Stunden am Tag. Im Schlaf verarbeitet der Kleine all die erlebten Abenteuer des Tages und der Körper kann sich regenerieren. Bekommt der Welpe oder auch der ausgewachsene Hund nicht genügend Schlaf, wird er über kurz oder lang an Nervosität, Gereiztheit und Stressanfälligkeit leiden. Sein Immunsystem wird geschwächt, wodurch er anfälliger für verschiedene Krankheiten wird. Zudem steigt, wie bereits erwähnt, das Risiko für Verletzungen.

Also: In der Ruhe liegt die Kraft.

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Autorin

Manja
Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

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