Krankheiten

ISG - Iliosakralgelenk

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Schmerzen im ISG beim Hund

Inhalt

Das ISG hat so viele Namen, Iliosakralgelenk, Sacroiliacalgelenk, Kreuzdarmbeingelenk – gemeint ist immer das gleiche – die straffe Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium).

Kreuzbein

Das Kreuzbein (Sacrum) besteht beim Hund aus drei einzelnen Wirbelkörpern, die im Laufe des Wachstums vollständig knöchern verschmelzen. Nach der Verknöcherung ist dieser Teil der Wirbelsäule nicht mehr beweglich, was deutlich zur Stabilität und Kraftübertragung beiträgt.

Darmbein

Das paarige Hüftbein (Os coxae) ist Teil des knöchernen Beckens und setzt sich aus drei Knochen zusammen, dem Darmbein (Os ilium), dem Sitzbein (Os ischii) und dem Schambein (Os pubis). Das Darmbein bildet den größten Teil des Hüftbeins und ist bei den meisten Hunden gut zu ertasten.

Fühl deinen Hund

Wenn du mit den Fingern langsam über den Rücken deines Hundes Richtung Po streichst, kannst du gut die einzelnen Wirbel der Wirbelsäule spüren. Am hinteren Teil der Wirbelsäule fühlst du links und rechts davon eine knöcherne Erhebung. Das sind die Darmbeinschaufeln. Dazwischen liegt das Kreuzbein.

ISG

Das ISG ist das Gelenk, was das Kreuzbein mit den beiden Darmbeinschaufeln verbindet. Es gibt also zwei Iliosakralgelenke im Körper, eins links und eins rechts. Raue, mit Knorpel überzogene Gelenkflächen, sorgen für einen stabilen Gelenkschluss. Zusätzlich überspannen verschiedene Muskeln und Bänder das ISG und sorgen für den Kraftschluss des Gelenks, was ebenfalls zur Stabilität beiträgt.

Durch diese straffen Strukturen ist die Beweglichkeit des Kreuzbeins stark eingeschränkt. Im Wesentlichen beschränken sich die Bewegungen auf minimale Nutation- und Kontranutation-Bewegungen, also kleine Kippbewegungen nach vorne und hinten.

Funktion als Bindeglied

Das ISG als Verbindungsstelle dient in erster Linie der Kraftübertragung. Wenn der Hund läuft, kommt die meiste Schubkraft aus den Hinterbackenmuskeln (Hamstrings). Von dort aus wird die Schubkraft aus den Beinen, über die Wirbelsäule, zur Vorhand übertragen.

Zusätzlich hat das ISG eine stoßdämpfende Wirkung. Durch Schon- und Fehlhaltungen, aber auch durch Gewalteinwirkungen, wie Fehltritte, Aufreiten anderer Hunde, Raufereien, usw. kann es passieren, dass das Gelenk blockiert.

ISG Blockade

Wenn das ISG blockiert und in seiner eigentlichen Funktion eingeschränkt wird, kann es nicht mehr richtig arbeiten. Die Kraftübertragung wird gestört und Stöße können nicht mehr gut abgefedert werden. Durch die Funktionsstörungen werden die gelenknahen Bänder und Muskeln vermehrt belastet. Der Hund bekommt Schmerzen und geht in die Schonhaltung. Dadurch können muskuläre Dysbalancen und schmerzhafte Verspannungen entstehen, die Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.

Probleme der Nachbarstrukturen

Die stärksten Kompensatoren im Körper sind meist die direkt benachbarten Strukturen. Im Falle des ISG sind es die Hüfte und die Lendenwirbelsäule. Daher bekommen Hunde mit einem blockierten ISG häufig dort Probleme.

Aber die Kette funktioniert auch anders herum. So können Hunde mit Problemen in der Hüfte oder der Wirbelsäule, Blockaden im ISG bekommen.

ISG & Hüfte

Das Hüftgelenk liegt unmittelbar neben dem ISG. Pathologische Veränderungen des
Hüftgelenks, wie bei der HD – Hüftdysplasie, gehen immer mit Funktions- und Bewegungseinschränkungen einher.

Aufgrund der Hüftfehlbildung und den daraus resultierenden Schmerzen, fehlt dem Hund der notwendige Schub aus der Hinterhand. Um das auszugleichen verändert der Hund sein Gangbild.

Zum einen nutzt er die Kraft der Vorhand. Diese muss nun deutlich mehr Arbeit leisten, als sie es auf Dauer schafft. Die Hamstrings bauen ab und die Hüftbeugemuskulatur verkürzt. Dadurch kommt es zur veränderten, weiterlaufenden Bewegung im Hüftbein und damit verbunden zu einer veränderten Krafteinwirkung im ISG.

Das bedeutet, dass das Becken immer dann, wenn der Hund das Bein nach hinten streckt, leicht nach vorne kippt – und das bei jedem Schritt. Dadurch kommt es häufig zu Blockaden im ISG.

ISG & LWS

Auch Fehlhaltungen und Fehlstellungen in der Lendenwirbelsäule haben einen großen Einfluss auf das ISG und die Beckenstellung. Durch Überlastungen verspannt die Rückenmuskulatur und die Bewegungen können nicht mehr ausreichend abgefedert werden. Die Wirbel werden in falscher Position aneinander gedrückt und es kommt zur frühzeitigen Alterung der Bandscheiben. Da die Wirbelsäule ähnlich wie eine Perlenkette aufgebaut ist, ziehen sich die Probleme bis zum Kreuzbein und den ISG.

Weitere Ursachen

Nicht immer sind die Hüfte und Wirbelsäule der Auslöser. Genauso können (andauernde) Fehl- oder Überbelastungen der Grund sein, z.B.:

Symptome

Wir übersetzen ISG gerne mit “Irre schmerzhaftes Gelenk“, denn eine ISG-Blockade tut extrem weh. Hunde mit einem blockierten ISG zeigen häufig Lahmheiten, schräges Laufen und/oder einen steifen Gang. Sie verfallen in Schonhaltungen und haben oft Probleme, wenn sie in ein Auto oder auf die Couch springen sollen/möchten. Aber auch das Treppensteigen macht vielen zu schaffen. Oft kann man auch Probleme beim Positionswechsel erkennen, also beim Hinsetzen, Hinlegen oder beim Aufstehen. Beim Sitzen winkelt der Hund häufig ein oder beide Beine ab und fällt auf eine Seite. Manche Hunde knabbern auch häufig am Rutenansatz.

Behandlung

Werden solche Symptome beobachtet, sollte der Hund einem Tierarzt, Hundephysiotherapeuten oder Osteopathen vorgestellt werden. Der Tierarzt kann das Gelenk röntgen, um Arthrosen auszuschließen.

Der Hundehysiotherapeut oder Osteopath nutzt verschiedene sanfte Techniken um die Blockade im ISG zu lösen. Das Gelenk wird wieder mobilisiert und je nachdem, wie lange die Blockade bestand, werden die umliegenden Strukturen durch manuelle Techniken und Faszienbehandlungen entspannt.

Autorin

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Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

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