Tierernährung

Knochenbrühe

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Knochenbrühe für den Hund

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Wenn die Tage kürzer werden, die Hunderunden meist im Dunkeln stattfinden und man sich nur noch auf die Couch sehnt, ist es Zeit für einen heißen Kakao. Er gibt einem ein warmes, wohliges Gefühl und ein Stück Gemütlichkeit.

Unseren Hunden geht es an solchen schmuddeligen Tagen oft genauso. Nun können wir ihnen selbstverständlich keinen warmen Kakao geben. Dennoch gibt es etwas, was dem Hund guttut, sein Immunsystem stärkt und ihm ein warmes Bauchgefühl zaubert.

Die Knochenbrühe

Viele kennen sie sicherlich aus Kindheitstagen. Wenn Oma stundenlang den Herd anhatte, um Knochen auszukochen. Früher war es auch normal alles von einem Tier zu verwerten. Meiner Meinung nach ist es so auch richtig. Heutzutage muss man aber schon suchen, um Innereien oder Knochen zu finden.

Ich denke, dass das einer der Gründe ist, warum die Knochenbrühe lange von der Bildfläche verschwunden war. Mittlerweile feiert sie aber ein großes Comeback – und das zu Recht.

Denn Knochenbrühe kann weit mehr als nur ein warmes Bauchgefühl verleihen. Sie ist ein antientzündliches Lebensmittel, das den Körper mit wertvollen Nährstoffen versorgt. Durch das lange Kochen lösen sich Kollagene, Gelatine, Glucosamine, Aminosäuren und Mineralstoffe aus den Knochen. Alles Sachen, die man sonst für viel Geld in Nahrungsergänzungsmitteln findet.

Hier kommen 7 gute Gründe, warum auch du die Knochenbrühe für deinen Hund ausprobieren solltest.

1. Knochenbrühe ist gut für die Verdauung!

Sie ist sehr gut für Hunde mit Magen-Darm-Problemen geeignet, da sie eine positive und beruhigende Wirkung auf das Verdauungssystem hat.

In den Knochen ist jede Menge Kollagen enthalten. Kocht man kollagenhaltige Lebensmittel lang genug, entsteht Gelatine. Durch die geleeartige Konsistenz wird die Darmschleimhaut des Hundes mit einer Schutzschicht überzogen. Dadurch können Entzündungen gestoppt und Verdauungsstörungen, wie Durchfall, gelindert werden.

Auch Hunde mit einem Leaky-Gut-Syndrom profitieren von der Brühe. Beim Leaky-Gut handelt es sich um eine Barrierestörung im Dünndarm, wo sich kleine Löcher in der Darmwand bilden. Durch diese Löcher gelangen kleine Partikel des Verdauungsbreis in die Blutbahn. Dort werden sie vom Immunsystem entdeckt und angegriffen. Eine Immunreaktion wird ausgelöst und Allergien sowie Unverträglichkeiten können entstehen. Die Gelatine in der Brühe stopft die Löcher der Darmwand und unterstützt die Darmfunktion.

2. Sie stärkt das Immunsystem!

Das Immunsystem wird durch einen gesunden Darm gestärkt. Besonders Hunde, die Stress (z.B. Hundesport oder leben in einer Großstadt) haben, an chronischen Krankheiten, Allergien oder gesundheitlichen Problemen im Alter leiden oder auch Hunde die gerade eine Operation hinter sich haben, profitieren von der Knochenbrühe. Als Immunbooster ist sie aber auch in der kalten Jahreszeit sehr zu empfehlen. Sie gibt Erregern kaum eine Chance und hilft dem Hund gesund zu bleiben.

3. Knochenbrühe unterstützt den Hund bei Allergien!

Eine Allergie kann nur entstehen, wenn der Hund mal mit dem Allergen in Kontakt kam. In der Regel treten bei diesem Erstkontakt keine Symptome auf, aber der Körper wird dem Allergen gegenüber sensibilisiert. Kommt der Hund nun nochmal mit dem Allergen in Kontakt, reagiert der Körper und es kommt zu einer allergischen Reaktion.

In Knochen aus Weiderindern sind jede Menge Omega-3 Fettsäuren enthalten. Diese regulieren das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und helfen gegen Allergien. Damit das Immunsystem aber vernünftig funktionieren kann, braucht es auch hier wieder einen gesunden Darm.

Die Knochenbrühe legt, wie oben bereits erwähnt, eine Schutzschicht auf die Darmschleimhaut. Dadurch werden bestimmte Nahrungsbestandteile ferngehalten und gute Darmbakterien können sich vermehren. Ist der Darm gestärkt, können die Symptome von Nahrungsmittelallergien zurückgehen.

4. Sie ist gut für die Gelenke - Kollagen, GAGs und Glucosamin!

Kollagen spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität von Bändern und Sehnen, sowie die Flexibilität der Gelenke und die Druckresistenz der Gelenkknorpel. Gelenkknorpel wirken wie ein Puffer in den Gelenken. Durch diese Pufferfunktion wird vermieden, dass die Knochenenden aufeinander reiben.

Glykosaminoglykane (GAGs) sind Mehrfachzucker und bilden die Grundsubstanz der extrazellulären Matrix des Bindegewebes. Da sie Wasser binden können, sind sie sehr elastisch. Die wohl wichtigsten GAGs sind Hyaluronsäure, Heparin, Chondroitinsulfat und Keratansulfat. Wer jetzt an die Inhaltsstoffe seiner Anti Aging Creme denkt, Knochenbrühe ist auch für den Menschen geeignet. 😉

Glucosamin ist ein natürlich vorkommender Aminozucker, der Bestandteil vom Knorpel und der Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) ist. Es hat entzündungshemmende Eigenschaften, fördert die Reparatur des Knorpels, hilft die Synovialflüssigkeit zu erhalten und dem Gelenk zu regenerieren. Dadurch werden entzündliche Prozesse reduziert.

Glucosamin dient dem Körper auch als Ausgangsstoff für die Synthese der Glykosaminoglykane. Da im Alter die Anzahl der Glykosaminoglykane sinkt, verschlechtern sich häufig die Elastizität sowie die Stabilität von Gelenken, Knorpeln, Sehnen und Bändern. Die Folge können Gelenkerkrankungen sein. Daher profitieren besonders arthrotische Hunde, alte Hunde und Hunde im Wachstum von der Knochenbrühe.

5. Die Brühe ist gut für die Knochen und Muskulatur!

GAGs und Kollagen sind nicht nur für die Gelenke gut, sondern auch für das Bindegewebe, die Knochen und die Muskulatur. In der Brühe befinden sich aber auch jede Menge Mineralstoffe. Calcium, Phosphor, Magnesium und Kalium sind hier in perfekter Kombination enthalten. Der Hund benötigt diese unter anderem zum Aufbau von Knochen und Zähnen, aber auch zum Regulieren des Nervensystems und der Muskelfunktion. Besonders Sporthunde, Hunde im Wachstum und Senioren können gerne mal eine Portion zusätzlich trinken.

6. Knochenbrühe schützt die Leber!

Auch die Leber des Hundes profitiert von der Knochenbrühe. Die Leber unserer Hunde wird immer mehr beansprucht und läuft nahezu auf Hochtouren. Zeckenmittel, Wurmkuren, Impfungen, Antibiotika, dauerhafte Schmerzmedikamente, Futtermittel mit synthetischen Inhaltsstoffen, aber auch Reinigungsmittel im Haushalt setzen der Leber zu. Die Aminosäure Glycin aus der Knochenbrühe hilft der Leber, sich zu regenerieren.

7. Sie ist einfach lecker und peppt selbst ödes Wasser auf!

Abgesehen von den gesundheitlichen Wirkungen, hat Knochenbrühe auch einen geschmacklichen Vorteil. Wenn der Hund das gewählte Tagesmenü mit den ausgesuchten Gemüsesorten einfach nicht mag, kann etwas Knochenbrühe Abhilfe schaffen und das Futter schmackhafter machen.

Aber auch, wenn die Nachbarshündin läufig wird, sitzen einige intakte Rüden oft am Fenster, ignorieren den vollen Napf und wollen nicht fressen. Der intensive Duft der Knochenbrühe lockt so manchen Rüden vom Fenster zum Napf.

Auch ödes Wasser bekommt mit einem Schluck Knochenbrühe richtig Geschmack. Einige kennen es sicher, dass ihr Hund generell zu wenig trinkt. Um Problemen, die durch zu wenig Flüssigkeit entstehen entgegenzuwirken, kann man dem Wasser einfach etwas Knochenbrühe beimischen.

Welche Knochen werden verwendet?

Am besten nutzt du Rinder-, Lamm- und Geflügelknochen. Diese bekommst du sehr günstig beim Metzger, im Schlachthof oder im größeren Supermarkt. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass auf jeden Fall Gelenkknochen und Markknochen bei sind. Nach Möglichkeit verwende Knochen von Tieren aus Weidehaltung, um die beste Qualität für die Brühe zu erreichen. Beachte jedoch, dass Bio nicht gleich Weidehaltung ist.

 

Für die Zubereitung benötigt man:

∗ 2 kg Gelenkknochen
∗ 1 kg Markknochen
∗ 100 ml Apfelessig
∗ 1 Bund Suppengemüse
∗ 1 Stück Schweineschwarte
∗ etwas Salz
∗ n. B. Kurkuma (1TL Pulver oder 1cm Stück frisch – klein geschnitten)
∗ n. B. Ingwer (1TL Pulver oder 1cm Stück frisch – klein geschnitten)
∗ n. B. Hagebutte (1TL Pulver)

Zubereitung der Knochenbrühe

Gib die Knochen in einen großen Topf und brate sie mit etwas Öl an. Fülle den Topf mit Wasser auf, bis alle Knochen bedeckt sind. Anschließend gib den Apfelessig dazu. Er sorgt dafür, dass sich die Stoffe besser aus den Knochen lösen. Jetzt heißt es: Abwarten und köcheln lassen. Ungefähr 18 Stunden sollte die Brühe vor sich hin köcheln. Wenn es “nur“ 10 Stunden sind ist es auch kein Drama, aber umso länger, desto besser. In der letzten Stunde kommen die Schweineschwarte, das Gemüse und die Gewürze dazu.

Nachdem die Brühe vor sich hin geköchelt hat, kippst du sie einfach durch ein Sieb. Wenn die Brühe abgekühlt ist, wird sie geleeartig. Daran erkennst du, dass du es richtig gemacht hast.

Du kannst die Knochenbrühe nun in verschiedenen Behältern einfrieren. Wir kippen einen Teil gerne in Eiswürfelformen, um kleine Portionen auftauen zu können.

Diese Brühe ist übrigens nicht nur super für den Hund, sondern auch für den Menschen. Solltest du also Magen-, Darm- oder Gelenkprobleme haben, gönn dir zwischendurch mal eine Tasse.

Quellen:
https://www.vet-dogs.de (11.10.2020)
https://bonebrox.com (11.10.2020)
https://www.chemie.de (11.10.2020)

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Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

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