Was ist BARF?

BARF ist eine Fütterungsform für Hunde und Katzen. Hier bekommen die Tiere frisches, rohes und natürliches Futter, welches vom Tierbesitzer selbst zusammengestellt wird. Dabei achtet der Tierbesitzer darauf, dass nicht alle Komponenten irgendwie im Napf landen, sondern sinnvoll und ausgewogen zusammengestellt werden. Um eine ausgewogene Zusammenstellung zu erreichen, orientiert man sich am Beutetier - dem natürlichen Futter der Vorfahren unserer Haustiere.

Wölfe, sowie große und kleine Wildkatzen jagen in der Natur ihr Futter - das Beutetier. Dieses wird meist mit allem drum und dran gefressen. Fleisch, Knochen, Innereien, Haut, Fell, Federn, Blut und Mageninhalt. Auch Körperteile wie Augen, Zunge und Geschlechtsteile werden gefressen. Dabei frisst der Wolf Tiere wie Rehe, Elche, Rentiere, Schafe oder Hasen. Die Wildkatze bevorzugt hingegen kleine Beutetiere wie Mäuse, Kleinvögel, Junghasen, Fische und Amphibien.

Der Tierbesitzer versucht nun bei der BARF - Ernährung das Beutetier "nachzubauen". Beim Hund bilden davon 80% den tierischen Anteil. Dazu gehören Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Blut, sowie der Mageninhalt des Beutetieres. Barfer nutzen dafür den Pansen und Blättermagen von Rindern oder auch Lämmern. Da Wölfe in der Natur auch Beeren, Fallobst, Kräuter und den Kot von Pflanzenfressern fressen, nutzt man diese Dinge auch in der BARF - Ernährung. Diese machen den pflanzlichen Teil, von 20% aus.

Bei Katzen hingegen bilden 95% den tierischen Anteil, da Wildkatzen in der Natur auch keine Pflanzen fressen. Sie erhalten ihren pflanzlichen Anteil allein über den Mageninhalt des Beutetieres. Fell und Federkleid der Beute, dienen der Katze als Faserstoffe. Daher bleibt bei der BARF - Ernährung lediglich ein Anteil von 5% pflanzlicher Nahrung.

Näher verdeutlichen tun dies unsere BARF - Ernährungspyramiden für Hunde und Katzen:
 
Wofür steht BARF?

"Bones and raw food" - im Deutschen heißt es “Knochen und rohes Futter“. Die meisten kennen BARF aber unter “Biologisch artgerechte Rohfütterung“.

BARF steht also für eine Ernährung, die roh und artgerecht für Hunde und Katzen ist.

BARF ist für die meisten Hunde und Katzen die beste Ernährungsform, erfordert aber vom Tierbesitzer ein bisschen Köpfchen. Es reicht nicht dem Tier rohes Fleisch zu geben. Dadurch würde das Tier früher oder später einen Mangel bekommen, woraus Schäden resultieren würden. Beim Barfen orientiert man sich am Wolf und der Wildkatze. Mit ihrer Ernährung als Vorbild, stellt man das Futter des Hundes oder der Katze zusammen. Dabei unterteilt man beim Hund den tierischen Anteil von 80% in 50% Muskelfleisch, 20% Pansen und Blättermagen, 15% Innereien, sowie 15% rohe fleischige Knochen. Den pflanzlichen Anteil von 20% unterteilt man noch einmal in 75% Gemüse und 25% Obst.
Bei der Katze hingegen muss man darauf achten, dass sie nicht zu viele pflanzliche Lebensmittel aufnimmt - höchstens 5% - da sie diese nicht verdauen kann. Daher nutzt man als Ballaststoffquelle meist Flohsamenschalen.
Um gewisse Nährstoffdefizite, die aufgrund der Massentierhaltung entstehen auszugleichen, wird das Futter durch ein paar Kräuter, Öle und Zusätze ergänzt.
Vorteile für den Tierbesitzer
Der Tierbesitzer weiß genau was sich im Napf seines Tieres befindet.
Je nach Bedarf kann man das Menu anpassen. (Bsp. bei Hunden: Magen-Darmprobleme - extra Portion Pansen)
Wenn man richtig barft, erspart man sich jede Menge Tierarztkosten.
Man muss nichts mit in den Urlaub nehmen. Fleisch und Knochen kann man in jedem Supermarkt kaufen. Für Gemüse (nur für Hunde) kann man Babybrei aus dem Glas nutzen. Auf Pansen kann im Urlaub verzichtet werden. Dafür gibt es davon einfach etwas mehr in der nächsten Woche (entfällt bei Katzen).
Auf dem Hundeplatz wird der Hund mit Frischfleisch im Beutel am besten hören.


Nachteile für den Tierbesitzer
Man benötigt eine Kühltruhe oder muss ca. 2x pro Woche frisches Fleisch kaufen.
Für viele Menschen ist die Zubereitung von frischem Fleisch unangenehm.
Pansen riecht für vielen Menschen nicht gerade appetitlich.
Es ist etwas zeitaufwändiger als Trocken- oder Nassfutter.
Man sollte sich evtl. von einem/einer Tierernährungsberater/in beraten lassen, um Mängel auszuschließen.
Im Internet gibt es viele verschiedene BARF - Pläne, die unerfahrene Tierbesitzer schnell durcheinander bringen.
Um das Futter mit auf den Spaziergang zu nehmen muss man etwas erfinderisch werden.


Vorteile für das Tier
Es wird so ernährt wie es ihm die Natur vorgibt.
Gebarfte Tiere bekommen deutlich weniger Allergien.
Frisches Fleisch schmeckt von allen Futtermitteln am besten.
Zum Barfen gehören auch Knochen. Die geben dem Hund eine artgerechte Kopfbeschäftigung. (Jedoch sollte er damit nicht alleine sein.)
Die Magensäureproduktion kann nur mit frischem Fleisch richtig funktionieren.
Stückiges Fleisch und ein großes Stück Pansen sorgen beim Hund für einen Zahnpflegeeffekt.
Es entsteht keine lange Weile im Napf.


Nachteile für das Tier
Keine, wenn der Besitzer richtig barft.
Eine kleine Anzahl von Hunden verträgt BARF nicht.