Tierernährung

Tierernährungsberatung - Braucht man das?

Pawlou – Tiernaturheilkunde und Hundephysiotherapie

Tierernährungsberatung

Inhalt

Als wir damals auf der Suche nach unserem Balou waren, waren wir bei mehreren Züchtern auf der Website. Bei einem standen verschiedene Fragen, welche vom Käufer ausgefüllt werden mussten. Unter anderem: Wie möchten Sie Ihren zukünftigen Hund ernähren? Trockenfutter, Nassfutter, B.A.R.F.?

Ja, gute Frage. Mal lesen, wie B.A.R.F. genau funktioniert. Damals gab es so viele verschiedene Tipps, Anleitungen, Erfahrungen, Wiedersprüche, Rechner die alle was anderes ergaben, … Einfach keine klare Linie. Schrecklich!

Kurzer Hand entschied ich mich für eine Ausbildung zur Tierernährungsberaterin. Für einige übertrieben, für mich die sicherste Seite und der Start in die Hundebranche. 😊

Eine Beratung, wie man den Hund oder die Katze artgerecht ernährt, ist für die einen völliger Geldrausschmiss, für die anderen ein absolutes Muss. Für mich war es eben noch viel mehr. Daher gibt es, wie bei fast allem, kein klares ja oder nein.

Was macht ein Ernährungsberater für Tiere?

Eine Tierernährungsberatung reicht von der einfachen Fragenbeantwortung, über die Erstellung eines angepassten Futterplans, bis hin zur Begleitung im Falle einer Krankheit oder im Wachstum.

Man ist Ansprechpartner, wenn das Tier zu dick ist, nicht fressen will oder auch Durchfall oder Verstopfung hat. Ja, das bedeutet auch, dass man regelmäßig Fotos von Erbrochenem oder Hundehaufen zum Beurteilen, aufs Smartphone bekommt.

Eine Tierernährungsberatung darf aber nie mit einem Besuch beim Tierarzt gleichgestellt werden. Man darf nicht vergessen, dass es auch Krankheiten gibt, die z.B. Verdauungsstörungen oder Fressunlust verursachen können. Erst wenn diese durch einen Tierarzt ausgeschlossen sind, fängt die Begleitung der Tierernährungsberatung an.

In einer professionellen Beratung sollten folgende Punkte enthalten sein:

>

Anamnese – dazu gehören alle relevanten Daten zum Tier (z.B. Alter, Gewicht, Größe, Rasse, Aktivitäten pro Tag, Hormonstatus, aktuelles Futter, Erkrankungen, Unverträglichkeiten, Kotabsatzhäufigkeit und -beschaffenheit, usw.)

>

Wünsche des Tierbesitzers – wieviel Mahlzeiten pro Tag, spezielle Fleischsorten meiden, Fastentag, gewünschte Zusätze, Getreide oder Milchprodukte, usw.

>

Erstellung eines individuell angepassten Futterplans

>

Zusatzinformationen zu den Futtermitteln, Warnung vor Gefahren, wichtige Informationen (z.B. Fettgehalt), erste Hilfe Maßnahmen bei Durchfall oder Verstopfung, usw.

>

Beantwortung der Fragen zum Futterplan

Warum gibt es so unterschiedliche Preise?

Auf dem Markt tummeln sich viele verschiedene Tierernährungsberater, in ganz unterschiedlichen Preisklassen. Von 20,00€ bis 200,00€ ist alles dabei. Dabei heißt es nicht unbedingt, dass der Plan für 20,00€ schlecht und der für 200,00€ gut ist.

Das Problem ist, dass dieser Beruf nicht geschützt ist und es keine Vorgaben gibt. Jeder legt seine Preise selber fest und jeder entscheidet allein, was er in seine Beratung und seinen Barf-Plan einfließen lässt.

Dabei kommt es darauf an, ob der Tierernährungsberater allein von der Beratung seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, das nebenberuflich macht oder gar nur zum Spaß. Nicht jeder Berater muss von dem Geld Rechnungen zahlen. Manch einer berät einfach gerne als Hobby.

Ein guter Plan ist aber nicht mal eben in 5 Minuten erstellt. Allein die Auswertung des Fragebogens benötigt zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Dazu kommen oft Extrawünsche und Fragen des Besitzers, die beantwortet werden müssen. Wenn der Hund dann noch Allergien oder Unverträglichkeiten hat, sitzt man an einem Plan mal schnell 3 Stunden. Und wie wir alle wissen: Zeit ist Geld!

Kann man nicht alles allein recherchieren?

Sicher, wer die Zeit und Lust hat, sich alle Infos sorgfältig zusammen zu lesen, kann sich das Geld sparen. Teilweise gibt es auch Kunden, die bereits sehr gut Bescheid wissen und trotzdem nach einer Beratung fragen, um auf Nummer zu gehen. Sehr löblich, aber wenn der Hund gesund ist und ich das Gefühl habe, dass der Besitzer keine Beratung benötigt, weil er eh schon alles weiß, dann lasse ich ihn auch nicht für eine Beratung zahlen.

Es gibt aber auch viele Besitzer, die tagelang im Netz unterwegs sind, recherchieren, sich mit anderen Haltern unterhalten, ihr Glück im Barfshop versuchen, usw. Nach all den verschiedenen Informationen wird ihre Verunsicherung nur noch schlimmer. Verständlich, denn überall steht was anderes. Für diese Besitzer ist eine Tierernährungsberatung sicher der schnellste und beste Weg.

Dann gibt es noch Besitzer, die einfach gar keine Lust haben, sich in das Thema einzulesen. Nicht jeder lernt gerne neue Themengebiete und hat Spaß daran sich auf eigene Faust alle Infos ins Hirn zu hämmern. Viele sind genervt von Foren oder haben einfach keine Zeit dafür. Auch hier ist wahrscheinlich eine Beratung die stressfreieste und schnellste Variante.

Sonderfall - Erkrankung

Wenn ein Tier krank ist und durch den Tierarzt oder Tierheilpraktiker eine spezielle Diät verschrieben bekommt, ist eine Tierernährungsberatung angesagt. Denn sich hier alle Infos anzulesen, kostet viel Zeit. Zeit, in der dem Tier schon geholfen werden könnte.

Man liest ständig, dass Tierärzte dem Barfen gegenüber abgeneigt sind. Ich habe jedoch häufig schon das Gegenteil erfahren. Wenn die Besitzer dem Tierarzt sagen, dass sie in Begleitung einer Tierernährungsberaterin arbeiten, ist das für die meisten Tierärzte kein Problem.

Und nicht selten kommen Tierbesitzer mit Hunden, die unter Dauerdurchfall oder Juckreiz leiden, zum Ernährungsberater als letzte Hoffnung. Oft ist der Grund eine falsche Ernährung und den Tieren kann mit einem gut erstellten Futterplan geholfen werden.

Fazit

Eine Tierernährungsberatung macht in vielen Fällen Sinn, ist aber nicht immer notwendig. Jeder Besitzer muss selber entscheiden, wieviel Zeit er in die Recherche stecken möchte und wie sehr er sich dem Thema widmen will. Der eine kann damit gar nichts anfangen, der andere hat Spaß daran alles zu recherchieren und der Nächste findet das Thema so spannend, dass er gleich die Ausbildung macht. 😊

weitere Blogartikel

Warm-up und Cool down sind ein MUSS! Das ist klar. Aber muss auch die Dehnung wirklich immer sein?

Genauso wie Menschen, können auch Hunde eine Pollenallergie entwickeln...

Viele kennen sie sicherlich aus Kindheitstagen. Wenn Oma stundenlang den Herd anhatte...

Autorin

Manja
Mein Name ist Manja. Ich bin Mutter von 2 wundervollen Kindern und treue Begleiterin meines Seelenhundes Balou und unser verrückten Maus Hailey. Durch Balou kam ich zur Hundephysiotherapie. In diesem Bereich habe ich diverse Aus- und Fortbildungen gemacht und mir die Aufgabe gesetzt, so vielen Hunden wie möglich zu helfen.

Pawlou – Tiernaturheilkunde & Hundephysiotherapie

Kontakt

Schnüffeln

Wichtiges

error: Inhalt ist geschützt!!